2024-04-09 - LD Düsseldorf - Ortovox v. Mammut - UPC_CFI_452/2023
- Aktenzeichen:
- UPC_CFI_452/2023
- Datum:
- Spruchkörper:
- Court of First Instance - Düsseldorf (DE) Local Division
- Art:
- Application Decision
- Parteien:
- Mammut Sports Group GmbH, Mammut Sports Group AG v. Ortovox Sportartikel GmbH
Kernaussage: 1.
2024-04-09 - LD Düsseldorf - Ortovox
v.
Mammut - UPC_CFI_452/2023
1. Art. 24 Abs. 1 (c) EPGÜ i.V.m. Art. 69 EPÜ bestimmen abschließend, welche Unterlagen bei der Auslegung der den Schutzbereich bestimmenden Patentansprüche heranzuziehen sind, nämlich die Patentbeschreibung und die Patentzeichnungen. Da die Erteilungsakte in Art. 69 EPÜ keine Erwähnung findet, bildet sie grundsätzlich kein zulässiges Auslegungsmaterial. Hat sich der Anmelder im Rahmen des Prüfungsverfahrens zur Bedeutung eines Merkmals oder Begriffes geäußert, kann dies allenfalls indizielle Bedeutung dafür haben, wie der Fachmann das betreffende Merkmal begreift.
2. Ein Antragsteller muss bei der Rechtsverfolgung im Rahmen eines Verfahrens auf Anordnung einstweiliger Maßnahmen grundsätzlich kein Risiko eingehen. Er braucht das Gericht erst dann anzurufen, wenn er verlässliche Kenntnis aller Tatsachen hat, die eine Rechtsverfolgung im Verfahren auf Anordnung einstweiliger Maßnahmen erfolgversprechend machen und wenn er diese Tatsachen glaubhaft machen kann.
3. Gemäß Ziff. 7. S. 3 der Präambel der Verfahrensordnung haben die Parteien mit dem Gericht zu kooperieren und ihre Argumente so früh wie möglich vorzubringen. Vorbringen, welches erst nach dem Schluss der mündlichen Verhandlung zur Akte gelangt, wird diesen Anforderungen von vornherein nicht gerecht und ist daher regelmäßig als verspätet zurückzuweisen. Das gilt jedenfalls dann, wenn der betreffenden Partei nicht ausnahmsweise bereits im Rahmen der mündlichen Verhandlung auf einen begründeten Antrag hin das Recht eingeräumt wurde, im Rahmen einer durch das Gericht festgesetzten Frist ergänzend vorzutragen.
4. Für eine Kostengrundentscheidung besteht in Verfahren auf Anordnung einstweiliger Maßnahmen jedenfalls dann keine Veranlassung, wenn auf das Eilverfahren ein Hauptsacheverfahren folgt. Für diesen Fall sieht die Verfahrensordnung eine vorläufige Kostenerstattung vor (R. 211.1 (d) VerfO), mit welcher die obsiegende Partei ihre Kosten des Eilverfahrens geltend machen und unmittelbar titulieren lassen kann. Für eine analoge Anwendung von R. 118.5 VerfO fehlt es daher bereits an einer planwidrigen Regelungslücke.
5. Das Gericht kann für den Fall der Aufhebung der Anordnung einstweiliger Maßnahmen, die Erbringung einer angemessenen Sicherheit zugunsten des Antragsgegners verlangen. Gebietet der konkrete Fall nicht ausnahmsweise etwas anderes, ist von dieser Möglichkeit im Regelfall Gebrauch zu machen.
landmark
The Düsseldorf Local Division, on R. 212.3 RoP inter-partes review, confirmed its ex-parte preliminary injunction against Mammut's 'Barryvox S2' avalanche transceiver for infringement of EP 3 466 498 B1. The order is a landmark on several fronts. (i) Claim construction: Art. 24(1)(c) UPCA in conjunction with Art. 69 EPC exhaustively enumerates the permissible interpretive material — description and drawings — so the prosecution history is not admissible interpretive material; statements by the applicant during examination are at most indicative. (ii) Validity threshold: applying the CoA's 10x Genomics (UPC_CoA_335/2023) framework, the validity of the patent is 'sufficiently certain' (R. 211.2 RoP) unless it appears more likely than not that the patent is invalid, with the burden on the respondent. (iii) Urgency: the applicant need not act on mere exposure abroad but must, once it has reliable knowledge of infringing acts in CMS territory, proceed within about one month. (iv) Costs in PI: where a main proceedings follows, R. 118.5 RoP's cost-in-principle determination has no analogous application in the PI; R. 211.1(d) RoP provisional reimbursement is the exclusive mechanism, and there is no gap. (v) Security under R. 211.5 RoP: normally to be ordered. (vi) Late submissions: arguments introduced only after oral hearing are regularly disregarded under point 7 sentence 3 of the Preamble. The order distinguishes LD Munich's Elektronisches Etikett (on file-wrapper use) and Nachweisverfahren / UPC_CFI_249/2023 (on analogical PI cost determination).
Stichwörter
Kostengrundentscheidung, Prüfungsantrag, Verspätung, Patentauslegung, Erteilungsakte, Prüfungsumfang, Sicherheitsleistung
Nichtigkeitsgründe
vorläufig ·Art. 138 EPCNovelty
Preliminarily found invalidArt. 54 EPC · Art. 138(1)(a) EPC
“Patent deemed novel at PI-level over WO 2006/015721 A1, DE 299 22 217 U1, EP 2 527 011 A1 and EP 1 577 679 A1; no anticipation of the feature of 'suppressing the tone signal during voice output' (feature 4) in any cited document.”
Inventive Step
Preliminarily found invalidArt. 56 EPC · Art. 138(1)(a) EPC
“Inventive step upheld on summary review (Art. 56 EPC); combinations of WO'721 with common general knowledge, DE'217 and EP'011 do not render the claimed subject-matter obvious — no prompt in the prior art to address the interplay of tone signal and voice message.”
Insufficiency of Disclosure
Preliminarily survivedArt. 83 EPC · Art. 138(1)(b) EPC
“Insufficiency objection (Art. 83 EPC) rejected — burden for non-enablement after grant lies with respondent; blanket assertions do not suffice, particularly where the patent's functional teaching is coherent.”
Inoffiziell
Inoffizielle KI-Übersetzung
Dies ist eine automatische, von KI erstellte Übersetzung, die Fehler enthalten kann. Rechtsverbindlich ist allein das Originaldokument in der Verfahrenssprache (German).